Gebühren

Informationen zur Vergütung des Rechtsanwalts

Honorar

Geld ist ein wichtiges Thema. Ich möchte nicht, dass meinen Mandanten die möglichen Kosten eines Rechtsstreits ein Rätsel sind, ich bin für klare Verhältnisse. Wenn Sie mir ein Mandat erteilen wollen, werde ich deshalb auch vor Mandatserteilung die Kostenfrage in aller Offenheit mit Ihnen besprechen. Zumeist können die Kosten aber nur prognostisiert werden, da ein Rechtsstreit auf unterschiedliche Arten beendet werden kann.

Gesetzliche Gebühren

Wenn nichts weiter vereinbart ist, gilt für die Abrechnung der Leistungen des Anwalts gegenüber seinem Mandanten das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) vom 5.5.2004 (BGBl I, 717, 788). Ich empfehle dazu die instruktiven Merkblätter „Grundlagen der deutschen Anwaltsgebühren“ und „Anwaltsvergütung„, die die Bundesrechtsanwaltskammer auf ihrer Homepage hinterlegt hat. Das RVG mit dem dazugehörigen Vergütungsverzeichnis ist das Ergebnis eines jahrelangen Gesetzgebungsprozesses, an dem Fachleute, Verbraucherschützer und Anwaltsverbände beteiligt waren.

In vielen Fällen bietet das RVG einen fairen Interessenausgleich zwischen dem Wunsch des Mandanten an einer günstigen Beratung und dem Wunsch des Anwalts nach einer aufwandsangemessenen Vergütung.

Die Höhe der Vergütung hängt mit dem „Gegenstandswert“ zusammen. Der Gegenstandswert ist eine von zwei maßgeblichen Größen für die Berechnung der Anwaltsgebühren. Die andere maßgebliche Größe sind die vom Anwalt im Einzelnen entfalteten Tätigkeiten. Vereinfacht: Bestimmte Tätigkeiten lösen bestimmte Gebührentatbestände aus, und die Höhe der sich aus der Verwirklichung dieser Gebührentatbestände im Einzelnen ergebenden Gebühren richtet sich nach dem Gegenstandswert.

Normalerweise ist die Ermittlung des Gegenstandswerts kein großes Problem. Wenn A seinen Geschäftspartner B auf Zahlung von 100.000,00 € verklagt, ist der Gegenstandswert 100.000,00 €. Eine volle Anwaltsgebühr aus diesem Gegenstandswert liegt bei 1.354,00 €, netto wohlgemerkt. Im Regelfall werden im gerichtlichen Verfahren eine Verfahrens- und eine Terminsgebühr in Höhe von 1,3 bzw. 1,2 Gebühren anfallen, dann ist der Mandant bei Anwaltskosten von (1.760,20 + 1.624,80 =) 3.384,00 € netto. Wenn, wie häufig, ein Vergleich geschlossen wird, kommt noch eine Einigungsgebühr in Höhe einer vollen Anwaltsgebühr dazu, das sind dann insgesamt 4.738,00 € netto, nur für den eigenen Anwalt. Man kann einen Rechtsstreit auch verlieren, dann wird es teurer, wenn man gewinnt, gibt es einen Erstattungsanspruch gegen den Gegner. Hinzu kommen noch Gerichtskosten, allerdings in geringerer Höhe.

Oft hört der Anwalt, dass die Gebühren für das „Schreiben eines Briefes“ viel zu hoch und unangemessen seien. Dabei wird übersehen, dass diese eine Gebühr das gesamte außergerichtliche Verfahren abdeckt. Dabei kann es sein, dass der Anwalt mehrmals in Schriftverkehr mit dem Gegner treten muss. Dafür kann der Anwalt nicht erneut eine Gebühr verlangen.

Honorarvereinbarung

Es ist auch möglich mit dem Rechtsanwalt eine Honorarvereinbarung (Festhonorar oder Stundenhonorar) zu treffen. Mein Stundensatz beträgt 200,00 €. Ein Festhonorar kommt vor allem bei der Strafverteidigung in Betracht, da hier zumeist ein erheblicher Aufwand durch den Rechtsanwalt betrieben werden muss. Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars ist nunmehr in engen Grenzen zulässig.

Erstellung von Gutachten

Möchten Sie zu einer bestimmten klar umgrenzten Rechtsfrage ein Gutachten erhalten, so kann ich die Vergütung schon vor Erstellung des Gutachtens beziffern.

Vorschuss

In einigen Verfahren fallen bereits bei Antragstellung Kosten für den Rechtsanwalt an. In diesen Fällen ist es üblich das der Anwalt erst nach Zahlung eines Vorschusses tätig wird.

Erstberatung

Auch eine erste Beratung kostet Geld. Merkwürdigerweise denken aber viele Leute, dass Anwälte gerne umsonst arbeiten und sich mit rechtlichen Problemen vorrangig entweder aus intellektuellem Interesse befassen oder diese Probleme für sie ohne weiteres zu lösen sind. Oftmals fühlen sich Mandanten ungerecht behandelt, wenn der Rechtsrat negativ für sie ausfällt, denn dann „hätten sie auch gar nicht erst zum Anwalt gehen brauchen“. Der Anwalt erbringt eine Dienstleistung und ist deswegen unabhängig vom Erfolg zu vergüten. Im Fall der Schlechtleistung haftet er wie jeder andere Dienstleister auch.

Wenn Sie mich anrufen oder aufsuchen mit dem Anliegen: „Bevor ich einen Termin vereinbare, wollte ich aber erst einmal wissen, ob die Sache überhaupt Aussicht auf Erfolg hat“, beantworte ich Ihnen diese Frage gerne. Aber auch die Antwort auf diese erste Frage nach den Erfolgsaussichten kostet Geld, nach der Gebührenordnung allerdings maximal 190,00 € netto.

Erstberatung ist nämlich nicht die „Lösung“ eines kompletten Rechtsproblems, sondern der erste Kontakt, in dem eher Fragen nach den möglichen Kosten, dem zur Lösung erforderlichen Aufwand, evidente Chancenlosigkeit etc. geklärt werden.